March1
Liebes Tagebuch,
ich kann absolut nicht verstehen, warum es für manche Leute so toll ist Ewigkeiten zu schlafen. Ich brauche sieben oder acht Stunden Schlaf, zu viel macht mich fast noch matschiger als zu wenig. Wenn ich wach bin, stehe ich auf und gut! War aber irgendwie schon immer so, ich konnte am Wochenende nie nachvollziehen, warum viele erst mittags zu sich kamen, wo ich schon stundenlang was erledigt hatte. Naja, manche Leute bekommen die Woche über vielleicht auch zu wenig Schlaf, aber bis mittags?!
February26
Liebes Tagebuch,
es gibt Momente im Leben, die man vermutlich nie vergisst. Es ist fast sieben Jahre her, dass ich mit einem Freund in Friedrichstadt war und dort bei einer Bootsfahrt meine Gitarre dabei hatte. Ich habe da so vor mich hingeklimpert und stellte plötzlich fest, dass ein paar Leute im Treetboot angehalten hatten und mir zuhörten und sich auch am Ufer ein Pärchen hingesetzt hatte. Als dann noch ein Touristenboot mit einer Riesengruppe Touris an Bord anhielt, der Fahrer mich per Lautsprecher aufforderte etwas zu spielen und ich nach meiner Darbietung von “Westerland” riesigen Applaus bekam, ist mir mal wieder bewusst geworden, was Musik für mich bedeutet und dass es toller sein kann, unerkannt bei den Leuten wegen seiner Musik im Gedächtnis zu bleiben als krampfthaft nach musikalischem Ruhm zu streben.
February26
Liebes Tagebuch,
ist es nicht seltsam, dass gewisse Sachen, wenn man sie lange auf die gleiche Art macht, komische Folgen haben? Ich lese jeden Abend, aber eben seit Jahren immer nur vor dem Einschlafen, was inzwischen dazu führt, dass ich vom Lesen zu jeder Tageszeit sofort müde werde. Generell ist es seltsam, wie schnell man das eine Buch durchgelesen hat und bei einem anderen täglich nur wenige Seiten schafft, bevor die Augen zu fallen. Generell lese ich eigentlich nur ein Buch zur Zeit, wenn ich zu einem anderen wechsle, hole ich das abgebrochene vermutlich gar nicht wieder hervor. Schon seltsam, dass vermutlich selbst bei etwas wie Lesen jeder Mensch seine eigene Herangehensweise hat.
February22
Liebes Tagebuch,
es ist echt angenehm, wenn die Tage länger werden und sich hier und da auch mal wieder ein Vogel hören lässt. So langsam fange ich auch schon an zu glauben, dass wir uns bereits wieder mitten im großen Kampf von Frühling und Winter befinden. Schon ein paarmal hat der Frühling einen erfolgreichen Erstschlag hingelegt, nur um in den letzten Wochen vom Winter noch mal so richtig einen in die Schnauze zu bekommen. Aber ich glaube, der neue Vorstoß der Frühlingsheere steht unmittelbar bevor und ich glaube, bald werden sie siegreich sein! Endlich…
February16
Liebes Tagebuch,
ich bin ja nicht unbedingt als Handwerker und Mensch für körperliche Arbeiten auf die Welt gekommen, aber im letzten Jahr habe ich wirklich begeistert angefangen, Bretter, Schrauben und Nägel für mich zu entdecken. Angefangen hatte alles vor knapp einem Jahr, als die Anschaffung eines Plasma-Fernsehers zum Umbauen im Wohnzimmer führte und irgendwie kein kaufbarer TV-Schrank meinen Anforderungen entsprechen wollte. Also machte ich mich mit einem Kumpel daran zu messen und zu konzipieren, Bretter zu kaufen und selber los zu basteln. Und heraus kam ein wirklich toller Schrank, der genau das bieten konnte, was ich brauchte. Ende letzten Jahres folgten dann noch Regalschränke für DVDs und vor kurzem haben mein Vater und ich noch einen Ausguck für meine Katze auf dem Balkon gebaut, besteht aus Resten einer Arbeitsplatte, einem Brett und einem Stück Baumstamm. Mal sehen, was als nächstes gebaut wird!
February9
Liebes Tagebuch,
wie schnell die Zeit vergeht, habe ich in den letzten Tagen gemerkt, als ich angefangen habe Unmengen alter selbst gedrehter Videoaufnahmen auf DVD zu kopieren. Die knapp 15 Jahre alten Aufnahmen kommen einem echt vor wie ein Blick in eine andere Welt. Aber wirklich durchgehalten habe ich nicht viel, entweder sieht man ständig Nöhlbacken, zu denen man heute aus gutem Grund keinen Kontakt mehr hat, dann erscheint einem die Welt von damals irgendwie viel harmonischer und unbeschwerter, was einen auch leicht mal runterziehen kann, und wenn das nicht reicht, schreckt einen ab, dass man selber damals wohl absolut keine Hemmungen vor der Kamera hatte. Aber doch schön, dass man sowas noch hat…
February9
Liebes Tagebuch,
ok, mein heutiger Eintrag geht etwas an die Grenzen des guten Geschmacks, aber hallo! Da sehe ich plötzlich auf meinem Fußboden den Schatten vom Gwendoline-Symbol meiner Lieblingsband “Die Ärzte” und habe es erstmal für eine seltsame Reflexion des Gwendo-Magneten an meiner Pinnwand gehalten. Doch dann stelle ich fest: Da hat doch tatsächlich ein Vogel gegen die Balkontür geschissen und da mal schnell die Umrisse von Gwendoline getroffen. Respekt, oder?
January28
Liebes Tagebuch,
ok, ich erscheine jetzt wieder sicher nicht besonders erwachsen, aber bin ich der einzige, der es nicht schafft, Tabletten zu schlucken? Irgendwie hat das bisher noch nie geklappt und auch jüngste Versuche gingen wieder absolut daneben. Eine Freundin hat damals sogar Trainingsversuche mit Smacks an mir vorgenommen, leider auch ohne Erfolg. Trotz Zuhilfenahme von Wasser, Milch und zerkautem Käsebrot war ich gestern wieder zu blöd dazu. Seit heute morgen streue ich den Inhalt der Kapsel gleich in die Milch, das schmeckt zwar zum Kotzen und der Nachgeschmack bleibt Stunden, aber das Zeug kommt wenigstens irgendwie in den Magen.
January24
Liebes Tagebuch,
es ist schon krass, wie gelöst man sich nach einer Arbeitswoche fühlen kann, wenn man am Samstag ganz entspannt durch die Wohung schlurft und weiß, dass man heute tun und lassen kann, was man will. Ich glaube, selbst wenn man seinen Job total gerne mag, ist das so. Und der Samstag ist da sogar noch besser als der Sonntag, der ist ja schon viel zu nah am Montag dran. Daher habe ich auch gar keine Lust, viel zu schreiben, ich habe ja heute frei. Hurra! Ich wünsche dir, liebes Tagebuch, und allen, die das hier lesen, ein schönes und hoffentlich stressfreies Wochenende.
January20
Liebes Tagebuch,
dieses nervige Fiepen im Ohr kann manchmal schon echt ätzend sein, vor allem, weil es ja auch eine psychische Sache ist. Eigentlich ist es ja immer da, aber die meiste Zeit nimmt man es gar nicht wirklich wahr. Wenn man sich dann aber mal darauf konzentriert, hat man das Gefühl, es wäre lauter als alles andere auf der Welt, klar, passiert natürlich meistens, wenn es gerade um einen herum sehr leise ist und keine anderen Geräusche davon ablenken. Ich habe heute Nacht schön fast zwei Stunden deshalb wach gelegen, immerhin bin ich dann aber doch irgendwann wieder eingepennt. Naja, normalerweise klappt das ja mit dem Ignorieren…